Die vorbereitete Umgebung Grundgedanken Schwangerschaft und Geburt

Meine Schwangerschaft unter gutem Stern

Die Mutter trägt das Neugeborene aus, aber das Neugeborene bringt den Menschen hervor. Maria Montessori: „Das kreative Kind“, S.14

Unser momentanes Leben ist erstaunlich entspannt. Trotz willensstarker 2,5-jähriger und obwohl ich mittlerweile in der 23. Woche schwanger bin. Erstaunlich finde ich es deswegen, da ich aus meiner vorangegangenen Schwangerschaft durchaus auch Ängste kenne. Ich fürchtete damals um das Kind, das noch so klein und dessen Zustand von Außen nicht ersichtlich war. Und ich war meinem Körper und seinen Fähigkeiten gegenüber skeptisch. Auch wenn ich keine Panik hatte kann ich mich erinnern, dass ich oft darüber nachdachte und mich über weite Strecken unsicher fühlte. Folglich erinnere ich mich an diese Schwangerschaft als eher unruhige, fast beunruhigende Zeit. Auch die Geburt war ein Ereignis, das mich lange Zeit belastet hat und intensive Aufarbeitung erforderte.

 

Warum ist es also diesmal anders?

Natürlich liegen eine Geburt und 2,5 Jahre Mutterschaft dazwischen – Jahre, in denen nicht nur die Kinder besonders schnell wachsen. Es fällt zudem auch meine Montessoriausbildung in diese Zeit – und erst jetzt merke ich, wie umfassend dieses Wissen in mir wirkt. Es ändert meinen Blick auf mein Leben, meine Fähigkeiten und die Fähigkeiten der Kinder. In Bezug auf diese Schwangerschaft sind zwei Dinge für mich besonders beruhigend:

 

Mein Körper ist eine vorbereitete Umgebung

Das Baby entwickelt im Laufe der Schwangerschaft alle seine Sinnesorgane. Es spürt sich selber und meinen Körper, hört, riecht, schmeckt, sieht und fühlt was an es herandringt. Mein Kind macht sich mittlerweile sehr deutlich bemerkbar. Es reagiert darauf, wenn auf den Bauch leichter Druck ausgeübt wird oder besonders laute Geräusche durch die Bauchdecke zu ihm dringen. Deswegen bereite ich meinem Kind auch jetzt schon eine achtsame Umgebung vor. Ich gebe ihm Kontakt wenn ich merke, dass es wach ist aber wecke es nicht auf wenn es ruht. Ich spreche mit ihm (und würde vielleicht auch singen wenn mich das große Kind ließe). Ich achte darauf, keinen extrem lauten Geräuschen ausgesetzt zu sein. Ich versuche, meine Stimmungen halbwegs unter Kontrolle zu halten und Konflikte mit viel Ruhe zu lösen. Ich nehme mir Zeit für mich selber, ordne meine Gefühle und Gedanken und bereite mich mit meiner Hebamme und meinem Mann auf unsere Geburt vor. All das spürt mein Kind auch jetzt schon und es wird diese Stimmung mit in die Welt bringen.

 

Mein Kind weiß, was es tut

Das ist ein sehr beruhigender Gedanke für mich: mein Kind ist Baumeister seiner selbst. Nicht erst später sondern auch schon in diesem besonders frühen Stadium seines Lebens verfolgt es seinen eigenen Plan und eigene Ziele. Ich kann, wenn ich es nicht willentlich und brutal behindere, nicht beeinflussen, wie sich seine Zellen zu Organen formen oder wann es beginnt zu fühlen oder zu schmecken. Und dieser Plan, den nur mein Kind kennt, ist gut erprobt. Er geht in den allermeisten Fällen auf. Ich möchte meinem Kind vertrauen und kann ihm seine Entwicklung selber zutrauen. Egal, wie klein es noch ist.

Ich freue mich sehr darüber, nun diese entspannte und ruhige Schwangerschaft erleben zu dürfen. Diese positiven Gefühle können ich und mein Kind während der Geburt gut gebrauchen. Auch das großes Kind kann sich so freudig und unbefangen auf die Schwangerschaft, die Geburt und das kommende Geschwisterkind einstellen. Ich bin erstaunt, wie unaufgeregt sie mit der Thematik umgeht und wie stark gleichzeitig ihr Interesse an der Entwicklung des Babys ist. Und auch darüber, wieviel sie schon versteht – aber darüber schreibe ich ein andermal.

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